Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

"Inspiriere Dein Herz mit Kunst" - was für ein wunderschöner Gedanke. Mir fällt gerade ein, wie lange mein letzter Museumsbesuch her ist. Auch Galerien stehen selten auf meinem Tagesplan. Ob das bei den Leserinnen und Lesern meiner Texte ähnlich ist? Oder ganz anders? Wann berührt uns Kunst im Herzen? Und kann ein Bild, eine Skulptur, ein Film dies tatsächlich schaffen, ohne dass eine soziale Komponente mitspielt? Also müsste sich ein Künstler vielleicht weniger Gedanken darüber machen, wo er ausstellt, denn von wem er seine Werke präsentieren lässt... Zurück zum 31. Januar, an diesem Tag geht es neben der Kunst fürs Herz noch um einen dritten Aspekt: Inspiration. Also den Anstoss der eigenen Kreativität. Kein einfaches Thema. Geht doch in der Bewältigung des Alltags oft schon die Frage nach Kreativität unter. Ich bekomme am 31. Januar eine neue Matratze fürs Bett. Und ich verspreche mir diese Kolumne unters Kopfkissen zu legen, sowie Block und Stift daneben. Auf dass die sprudelnde Kreativität der Ruhepausen inspirierende Formen annehmen möge...


 

Dieser Feiertag soll auf den Zeichner und Cartoonisten Bastian Helnyk zurückzuführen sein. Sinn des Tages ist es, die Flatulenz (lat. Wind, Blähung) als Teil der menschlichen Existenz zu akzeptieren. Mir fällt dazu mein jüngster Neffe ein, der keinerlei Scheu hat, die körperlichen Gegebenheiten wortreich zu kommentieren. Ein Pupsen kann dann mit dem Mittagessen zusammenhängen, dass sich noch einmal melden möchte, bevor er es ausscheidet. Sein Magen hat gerade zu viel zu tun. Oder er hat halt zu viel Luft verschluckt. Herrlich unverkrampft macht er mich so auf die wichtigeren Aspekte des Lebens aufmerksam. Beispielsweise darauf, dass man über einen komisch klingenden Pupser auch einmal herzlich lachen kann, statt sich verschämt in der Ecke zu verstecken.


 

Mit einem Seufzen schloss Cordula die Tür des Blumenladens ab. Wer war nur auf die Idee des Valentinstages gekommen? Natürlich könnte man jetzt sagen, sie müsse dem- oder derjenigen dankbar sein für das Ankurbeln ihres Geschäfts. War sie ja auch. Doch so manchen Mann in der "unglaublichen Flora" sah sie genau einmal pro Jahr. Sie verlangten nach dem perfekten Strauss für die Ehefrau. Dabei war ihr der eine oder andere durchaus schon in wechselnder weiblicher Begleitung begegnet. Und welchen Sinn hatte dann das alljährliche Blumenbouquet? Sie selbst verzichtete lieber auf scheinbar spektakuläre Geschenke. Sie freute sich aufs Nachhausekommen, weil Martin ihr nach dem Begrüssungskuss helfen würde die Schuhe auszuziehen. Sie durfte die Füsse hochlegen und er würde ihr eine Schale mit seinem köstlichen Curry reichen. Sie würden sich einen amerikanischen Krimi anschauen und wenn es Zeit zum Schlafen war, konnte sie sich in seine Armbeuge kuscheln. Zweisamkeit konnte so einfach sein...


 

Ich erinnere mich gut daran. Ich sass in einer Strassenbahn von Durlach in die Stadtmitte Karlsruhes und hörte einem kleinen Mädchen zu. Sie schaute aus dem Fenster und schilderte die Eindrücke umgehend ihrer Mutter. In Schriftsprache. Das hörte sich für mich so komisch an. Lernen wir Schweizer diese doch erst in Kindergarten und Schule. Es schien mir viel zu früh für die Kleine solche grossen Worte zu verwenden. Je länger ich in Deutschland lebte umso selbstverständlicher wurden solche Szenen. Doch Deutsch fühlte sich nicht wie meine Muttersprache an. Das Spontane war das Schweizerdeutsche, das selbst entscheiden, wie sich ein Wort anhören sollte. Das eigenmächtige Anpassen der Ausdrücke an mein persönliches Befinden. Eine Sprache, der man gerne nah ist, wie der Frau, die einem geboren hat - Muttersprache eben.