Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Ins Leben gerufen wurde der "World-Listening Day" von der Non-Profit Organisation "The World Listening Project" und der "Midwest Society for Accoustic Ecology" 2010. Beide Organisationen haben sich die Erforschung und das Verständnis der Natur durch Zuhören und Erstellen von Aussenaufnahmen auf die Fahnen geschrieben - eine Art Hörkarte des Planeten. Ich wäre manchmal froh, es gäbe weniger zu hören. Radio, Fernseher, Verkehr, Handys und sprechende Menschen. Manchmal belausche ich die Gespräche von Fremden. Mit erschreckenden Ergebnissen. Da gab es schon welche, die in einer Unterhaltung drei mal den gleichen Text verwendet haben (kleine Abweichungen wie ein zusätzliches Mhhhm betrachte ich als tolerierbar). Andere haben immer wieder denselben Abschnitt repetiert, bis die scheinbar passende Reaktion zum nächsten Abschnitt überleitete. Zuhören mit dem Wunsch zu verstehen, scheint mir darum eine Handlung, welche man viel häufiger huldigen sollte als nur an einem Tag.


 

Die Kolumne beinhaltet einen guten Vorsatz, der vielleicht etwas unerwartet kommt. Ich möchte öfter Lippenstift tragen. Denn auch wenn das bei der Häufigkeit meines Make-ups kaum denken würde: Ich liebe Lippenstift. Die wunderschöne Vielzahl der Rottöne strahlend inszeniert in den Kosmetikregalen dieser Welt verleitet mich immer wieder zu einem Kauf, obwohl ich weiss, wie viele Lippenstifte zu Hause auf mich warten. Vielleicht liegt es daran, dass die Betrachtung von Gloss, Pinseln, Cremes und Sticks weit über das Rot hinaus geht. Vor dem inneren Auge entstehen Bilder von mir, wie ich in unterschiedlichen Lebenssituationen gerne auftreten würde. Ich sehe mich souverän und jeder Herausforderung gewachsen. Wie diese gedankliche Verknüpfung zustande kommt, weiss ich nicht - ob sie Sinn macht, lasse ich Sie wissen, wenn ich meinen Vorsatz realisiert habe.


 

Auf Englisch nennt sich dieser kuriose Feiertag: Work like a dog day. Die 1 zu 1-Übersetzung "Arbeite wie ein Hund Tag" wirft erst einmal Fragen auf. Denn was genau ist der Job eines Hundes? Genauer betrachtet, arbeitet ein Hund aber doch. Wie die Heldinnen und Helden des Berufslebens, die still im Hintergrund ihren Beitrag zum Wohl der Gesellschaft leisten und für welche der Feiertag gedacht ist. Denn Hunde kümmern sich um das Wohl der Menschen. Sie beobachten sie, hören ihnen zu, bellen Applaus und kuschen mit ihnen, wenn die Herrchen und Frauchen das Bedürfnis nach Nähe haben. Ein Fulltime-Job. Also bitte Respekt für menschliche und tierische Helfer - gerne auch über den einen Tag hinaus...


 

Ich stellte mir vor, wie ich auf der Aussenplattform eines Leuchtturms stand und aufs Meer hinaus blickte. Ich hörte die Wellen, der Wind zerzauste mein Haar und ich fühlte mich frei. Frei, gross und stark. Damals war ich keine zehn Jahre alt, kannte Leuchttürme aus "Elliot das Schmunzelmonster", hatte aber nie einen betreten. Das hat sich bis heute nicht geändert. Was mir tatsächlich manchmal leid tut. Doch wer weiss, vielleicht begegne ich einem solchen Bauwerk ja dereinst doch noch persönlich. Und kann das Freiheitsgefühl und die Traumentwicklung live erleben. Der Tag wird dann wohl mein persönlicher Leuchtturmtag, egal ob im August oder an einem anderen Datum.