Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 


 

Christine Nöstlinger bezeichnete sich selbst als "wildes und wütendes Kind" beginnt der Eintrag über das Leben der Autorin auf Wikipedia. Auch wenn sich das im Text wieder relativiert, gefällt mir die Aussage sehr. Den Mut zur Wildheit, zum eigenen Weg, hat sich die Österreicherin meines Erachtens immer bewahrt. 1936 geboren, war ihr Aufwachsen, trotz sozialistischer Eltern, von der kriegerischen Atmosphäre geprägt. Sie war zweimal verheiratet, arbeitete als Journalistin und Drehbuchautorin, veröffentlichte eine Vielzahl von Büchern. Die Liste der Auszeichnungen ist lang. Doch das ist nicht unbedingt das, was mich an ihr beeindruckt. In einem Interview mit der "Zeit" antwortete sie auf die Feststellung lebensproblematischer Inhalte: "Natürlich, Kinder leben ja auf derselben Welt, wie die Erwachsenen. (…) Ich wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, die Welt für Kinder heil darzustellen. Da hätte ich ja lügen müssen." Diese Offenheit der Betrachtung, das Akzeptieren guter wie schlechter Umstände, lässt den Leser sich ernst genommen fühlen. Und es macht Mut sich mit persönlichen Eigenschaften und deren Weiterentwicklung anzufreunden.


 

Ich habe das Buch in einer Bibliothek aus der Verkaufskiste gezogen und bin restlos begeistert. Liest man den Klappentext könnte man denken, es gehe vor allem darum, dass Protagonistin Nasti ihre Ängste verliert. Doch da steckt viel mehr drin. Mit Rosa lernt Nasti einen Menschen aus einer anderen Zeit kennen. Gezogene Parallelen zwischen der Nazi-Zeit und Schwierigkeiten in der Schule werden Erwachsenen als hochgegriffen erscheinen. Doch für Kinder und Jugendliche ist das logisch. Richtig ist richtig - egal zu welcher Zeit. Dasselbe gilt für Gemeinheiten. In den Gesprächen mit Rosa lernt Nasti nicht nur sich mit ihrem eigenen Handeln auseinanderzusetzen. Nasti bekommt Vertrauen in ihr Handeln, ihre Entscheidungen. Auch wenn die Gefühle zum Ende der Geschichte erst einmal wehtun, weiss Nasti ganz genau, was richtig und was falsch ist.


 

Rätsel lösen, bei jedem Wetter auf Verfolgungsjagd gehen, Verbrecher überführen – all das findet sich in den Jugendbüchern von Enid Blyton und Stefan Wolf. Allerdings erschien die erste Geschichte um die Fünf Freunde bereits 1953, TKKG wurde 26 Jahre später gedruckt. Doch darum gehören die Bücher nicht in die Papiersammlung, nein das Verlagsunternehmen Randomhouse hat sich zu einer Neuauflage entschieden. Im nachfolgenden Interview geben Mitarbeitende einen Einblick in die Entstehung dieser Reihen.


Welche Gründe sprechen für die Neuauflage eines Werkes? Und warum hat man sich beispielsweise bei "Fünf Freunde" dazu entschieden?
Neben unserer Begeisterung für den zeitlosen Zauber der Geschichten ermutigte uns auch der grosse Erfolg der Filme zu dieser Massnahme.

Welche Aspekte wurden bei den Vorbereitungen zur Neuauflage berücksichtigt?
Bei unserer Neuausgabe der "Fünf Freunde"-Reihe  ging es vor allem darum, den Büchern die "angestaubte" Anmutung zu nehmen und die Geschichten in Layout, Illustration, Typographie an die aktuellen Sehgewohnheiten sowie an die jüngere Altersgruppe 8+ anzupassen. Der Text wurde nur sehr behutsam überarbeitet und an den modernen Sprachduktus angepasst, leicht gekürzt – und die deutschen Namen wurden durch die ursprünglichen englischen Namen und Orte ersetzt. Die Die Bände wurden außerdem durch Zusatzmaterial (Basteln, Aktivitäten) ergänzt.

Für wen ist die Buchreihe gedacht?
Für Mädchen und Jungen ab 8 Jahren und aufwärts.

Wie sehen Sie die Zukunft dieser Bücher?
Die Erfahrung in Deutschland und auch auf dem internationalen Markt zeigt, dass der Bedarf an Freundschafts-und Abenteuergeschichten, an Stoffen, die sowohl Mädchen als auch Jungen fesseln, nicht gesunken ist. Enid Blytons "Fünf Freunde" bedienen dieses Bedürfnis nach wie vor perfekt.