Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Sibylle Aeberli kannte ich durch ihr gemeinsames Theaterstück, genauer gesagt ihre Theaterstücke, mit Milena Moser. Auch Schtärneföifi ist mir ein Begriff, doch mit Sibylle Aeberlis Vielseitigkeit habe ich mich nicht wirklich befasst. Umso mehr hat es mich fasziniert, die Bühnenfrau als Autorin von «Globine und die verschwundenen Pferde» zu entdecken. Über ihre unkomplizierte Zusage zum Interview habe ich mich sehr gefreut. Und wer nach diesem Text mehr wissen möchte, einfach auf www.sibylleaeberli.ch weiterlesen


Hast Du früher selbst Globi gelesen?
Ich habe Globi nicht gelesen, sondern mir die Bilder angeschaut. Der Text hat mich eigentlich nie interessiert, die Reimform gefiel mir nicht. Stattdessen war das Ausmalen natürlich ganz wichtig.
 
Wusstest Du, bevor Du angefragt wurdest, dass es Globine gibt?
Ja, ich habe sie in einer Kinderbuchhandlung gesehen. Allerdings ist das lange her, ich weiss nicht mehr, ob sie mir gefallen hat. Gekauft habe ich sie nicht, ich war wohl nicht mehr im entsprechenden Alterssegment…
 
Was genau war Dein Part bei «Globine und die verschwundenen Pferde»? Wie ist der literarische Comic überhaupt zusammengewachsen?
Samuel Glättli, der auch der Zeichner der Globine ist, hat mit Gisela Klinkenberg zusammen die Geschichte entwickelt. Dann bin ich angefragt worden, Globine und ihrem ganzen Universum an Tieren und Menschen eine Sprache zu geben. Das fand ich sehr toll! Danach haben wir die Version überarbeitet, weitere Ideen einfliessen lassen - so wurde die erste Globine geboren. Das Team ist seither dasselbe geblieben.
 
Wie viele Globine-Bücher hast Du mitgeprägt?
Vier. Nach den „Verschwundenen Pferden“ folgten drei weitere Bände: «Globine und der Zirkus»,  «Globine und das Kuhrennen» und jetzt ganz neu «Globine und das Geheimnis der Burgruine».
 
Was ist für Dich das Wichtigste an Globine?
Die Globine, wie sie ist: mutig, neugierig, erfinderisch, lustig! Sie hat sehr viel Zivilcourage, setzt sich für die Schwächeren ein und sie ist sehr tierliebend. Ich glaube, dass es den jungen Leserinnen sehr leichtfällt, sich mit Globine zu identifizieren. Ich weiss aber, dass es auch viele Jungen gibt, denen die Globine sehr gefällt. Ich liebe auch Mathilda und Rudi, welche aus den Geschichten nicht mehr wegzudenken sind! Die Geschichten sind ganz toll gezeichnet, Samuel Glättli hat sehr viel Gefühl für Details und Situationskomik.  Und: Globine hat, seit Pippi Langstrumpf, das schönste und spannendste Haus, das es in der Kinderbuchgeschichte gibt!

 

Über Globi erfahre ich auf Wikipedia gleich mehrere, für mich neue Tatsachen. Es gibt die Figur bereits seit 1932. In Auftrag gegeben war ihre Erfindung vom Warenhaus-Unternehmen Globus anlässlich ihres 25. Geburtstages. Der Comicstrip war so erfolgreich, dass 1935 das erste von heute 88 Büchern erschien. Über Globine finde ich keinen Wikipedia-Eintrag. Auch die Geschichte der Globine auf der Website des Verlags liefert nicht allzu viele Informationen. Ich nehme mir vor, diesem Thema einmal nachzugehen. Wer weiss, vielleicht liefert das Interview mit Sibylle Aeberli kommende Woche ja schon erste Antworten...


 

Völlig fasziniert stand ich vor der Buchhandlung. Die Erschaffung der Globine 1988 war an mir vorbeigegangen und jetzt stand ich ihr in Form einer Pappfigur gegenüber. Ich beschloss mein Kinderbuchjahr ist die beste Gelegenheit mich mit dieser neuen Gestalt zu beschäftigen. Als ich "Globine und die verschwundenen Pferde" aufschlug, staunte ich zum zweiten Mal. Keine Spur von der Versform, welche im vom männliche Pendant kannte. Text und Bild sind einem Comic gleich ineinander verwoben. Gut gefiel mir der ungewöhnliche Wohnort im Baumhaus. Die Kuckucksuhr, die einem mit der Feder wachkitzelt oder Globines selbstgebaute Toastschleuder. Die Geschichte an sich ist nicht neu, wartet aber mit spannenden Wendungen auf. Cool finde ich an der Globine Reihe, dass sie sich viel mehr zum Selberlesen eignet als die klassisch gereimten Globi-Bücher. Ebenso positiv ist die weibliche Hauptfigur, die zusätzliche Identifikationsmöglichkeiten für Mädchen bietet. Ein Blick auf die Titelliste der Globine-Reihe lohnt sich also auf jeden Fall.