Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

"Alles wahre Leben ist Veränderung" hat mir einst eine gute Freundin gesagt. Das gilt auch für Helden der Literatur wie Herrn Taschenbier und das Sams. Herr Taschenbier ist mittlerweile verheiratet und hat einen Sohn. Wie sein Vater kämpft auch Martin Taschenbier mit seiner ängstlichen Schüchternheit. Doch von dessen heilsamer Freundschaft mit dem Sams erfährt er erst als er ein Fläschchen aus der elterlichen Hausapotheke ins Skilager mitnimmt. Dort will er mit den Sams-Rückholtropfen gegen eine mögliche Halsentzündung vorgehen. Da knallt das Sams in Martins Leben. Und auch das Zauberwesen mit den Wunschpunkten ist reifer geworden. Jedenfalls verläuft das Gespräch oder besser verlaufen die Gespräche übers Wünschen ausführlicher. Spannend auch wie die beiden die Samsschen Verwandlungskünste gegen Martins Schüchternheit nützen. Ein Buch, das manchen erwachsenen Vorleser an die eigene Schulzeit erinnern könnte. Wie schön, wenn dann zum Schluss zwei Generationen sich gegenseitig helfen unverkrampfter mit ihren Schwächen umzugehen.


 

1937 in Schweinfurt geboren verlor Paul Maar früh seine Mutter und wurde bis zur erneuten Hochzeit seines Vaters vom Kindermädchen betreut. Und als wäre das nicht schon schwer genug, kam der Krieg und der Vater geriet in Gefangenschaft. Die Stiefmutter suchte Schutz beim eigenen Vater. Und so lebte sie zusammen mit Paul Maar in Unterfranken. Eine besondere Zeit - denn Pauls Grossvater unterhielt als Wirt seine Gäste wochenlang mit eigens erfundenen Geschichten. Der Junge beobachtete und lernte. Später organisierte er sich Bücher, las sie bei einem Freund da der inzwischen zurückgekehrte Vater Lesen im eigenen Haushalt nicht unbedingt förderte. Nach dem Gymnasium studierte Paul Maar an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Zum Autor von Kinderbüchern wurde er, weil seine eigenen Mädchen und Buben die selbst erfundenen am liebsten mochten. Mittlerweile sind es sicher mehr als 100 Bücher, von denen er viele selbst illustriert hat. Und das ist noch immer nicht alles. Sprachspiele, Kinderopern, Drehbücher, Lesungen - die Liebe zur Sprache trägt ihn immer weiter. Im vergangenen Jahr ist er 80 Jahre alt geworden. Und nach wie vor ist eine Zeit des Schreibens täglicher Wunsch. Genauso habe ich mir als Kind die Arbeit eines Schriftstellers vorgestellt und freue mich heute darüber wie Paul Maar sie hat Realität werden lassen.


 

Auch an Judith Kaiser, die Presseverantwortliche von Paul Maar, habe ich eine Interviewanfrage verschickt und war dankbar für Ihre Rückmeldung. Auch wenn der Autor mir meine Fragen gerade aus Zeitgründen nicht beantworten kann, fand ich in der Pressemappe des Friedrich Oetinger Verlages einige sehr spannende Aussagen von Paul Maar. Ich habe die für mich wichtigsten ausgewählt. Das Gespräch führte zum damaligen Zeitpunkt Verena Hoenig.
 
Sie erreichen Kinder wie kaum jemand sonst. Woran, glauben Sie, liegt das?
Paul Maar: Diese Ihre Behauptung lese ich natürlich gern. Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir zwei Gründe ein: Ich scheine mir meinen kindlichen Humor bewahrt zu haben und muss über dieselben Dinge lachen wie Kinder. Manchmal sitze ich leise lachend am Schreibtisch, weil mir eine besonders witzige Formulierung eingefallen ist. Wenn ich sie Erwachsenen vorlese, ruft sie höchstens ein gnädiges Lächeln hervor. Umso mehr freut es mich, wenn dann bei Lesungen die zuhörenden Kinder genau bei dieser meiner Lieblingsstelle in lautes Lachen ausbrechen. Ein zweiter Grund könnte sein, dass meine Leser spüren, dass ich immer auf ihrer Seite stehe und nie den besserwissenden, belehrenden Erwachsenen hervorkehre.
 
Hat sich Kindheit als solche in Ihren Augen zum Negativen oder Positiven hin verändert?
Paul Maar: Wenn ich an meine unbeschwerte Kindheit denke, wo wir die Nachmittage unter uns verbracht hatten, ohne Aufsicht der Eltern, die von unseren wilden, teils gefährlichen Spielen in den Weltkriegs-Ruinen nichts oder wenig wussten, Eltern, die so sehr mit dem Aufbau ihrer Existenz beschäftigt waren, dass die Kinder eher nebenher liefen, dann bedauere ich die heutigen wohlbehüteten, immer gut beaufsichtigten Kinder ein wenig. Sie haben im Gegensatz zu den Jahren meiner Kindheit genug zu essen (jedenfalls die meisten), ein Fernsehprogramm, das nicht nur aus zwei Sendern besteht, meistens ein Smartphone - aber sie haben keine Geheimnisse mehr.
 
Wie sieht ein gelungener Wochentag für Sie aus?
Paul Maar: Die Einfälle fliessen, ich schreibe den ganzen Vormittag bis zum frühen Nachmittag, esse eine Kleinigkeit, gehe mit meiner Frau spazieren, unterhalte mich mit ihr über meine entstehende Geschichte, trinke dann mit ihr Tee und mache mich wenig später ans Kochen eines nicht zu späten Abendessens. Als unsere Kinder noch zur Schule gingen und ein Mittagessen pünktlich nach Schulende auf dem Tisch stand, hat meine Frau gekocht. Jetzt geniesst sie es, dass ich das Kochen übernommen habe.
 
Was würde Ihnen das Sams zum 80. Geburtstag wohl wünschen?
Paul Maar: Da müssen Sie das Sams selbst fragen. Es ist ja so unberechenbar in seinen Wünschen.

 

Das Erstlingswerk der Autorin, welches sie im Alter von gerade mal 15 Jahren niedergeschrieben hat, sprüht vor Leben. Ann Morrison ist mit nur elf Jahren zur Vollwaise geworden. Freiheitlich aufgewachsen soll sie von Tante Adele zur Dame wohlerzogen werden. Doch die Fügung will es so, dass Ann Jahre später auf einer Reise den Zug verlässt, um einer Mitreisenden einen roten Seidenschal, ihr vergessenes Kleidungsstück wiederzubringen. Der Zug fährt weiter. Ann sitzt in Mesilla fest und damit beginnt ihr Abenteuer. Sie lernt den Halbindianer Chee kennen, begleitet ihn auf seiner Reise. Sie reitet, wird von einer Schlange gebissen und unterstützt die Indianer im Kampf gegen ihre eigenen Landsleute. Nicht unbedingt die Taten einer Dame aus feiner Gesellschaft - doch genau das, was dem Buch seine Energie verleiht. In grosser Selbstverständlichkeit folgt Ann ihrem Herzen. Ich beneide während der Lektüre nicht selten ihren Mut. Und ich gebe gerne zu, ich würde Chee und Ann schon im "roten Seidenschal" ein Happy-End wünschen - aber noch gilt es herauszufinden, worum ich mich dann gebracht hätte. Vielleicht lesen Sie wie ich selbst weiter... "Der Türkisvogel" und "Sonnenpfeil" warten auf uns.