Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Das Buch steht auf der Leseliste für die Schweizerische Erzählnacht. Das Motto für den 13. November lautet: "So ein Glück." Und so habe ich mich auf die Entdeckungsreise durch die empfohlene Literatur gemacht. 

Jan, so heisst der Held in Anne Beckers Geschichte, muss umziehen. Nervig - nicht nur weil das neue Haus noch nicht ganz fertig ist und er in eine andere Schule muss. Jan kämpft mit Legasthenie und seiner Mutter. Sie setzt seiner Leidenschaft, dem Schwimmen, zeitliche Grenzen. Aber dann lernt Jan Flo kennen. Damit wird das Leben an Land stetig interessanter. Anne Beckers Geschichte gefällt mir sehr. Sie nimmt die Normalität mit allen verrückten Details wichtig. Beispielsweise die Beschreibung, wie sich der Fuss eines Huhns anfühlt. Durch diese Schilderung bekommt alles einen Glanz. Als würden Sonne oder Mond aufs Wasser scheinen, wenn man gerade die beste Bahn seines Lebens schwimmt.


 

Auf der sehnsüchtigen Gedankenreise von vergangener Woche ist mir immer wieder ein Buchtitel eingefallen: "Finne dich selbst" von Bernd Gieseking. Des Autors Bruder ist der Liebe wegen nach Finnland ausgewandert. Seine Eltern wollen ihn in der neuen Heimat besuchen und irgendwie wird Bernd Gieseking zum Familienchauffeur. Ein wunderbares Buch über die Kraft des "Unterwegs". Auf unbekannten Wegen wachsen nie gewagte Gedanken. Sprechen bekommt eine neue Form. Die bisherige Welt bekommt neue Lachfalten. Und bevor ich auf Sehnsuchtswellen davon schippere, empfehle ich dieses Buch allen, die Finnland noch nicht entdeckt haben. Nehmen Sie sich dieses Zeit der Vorbereitung...


 

Es geht mir gut. Das ist mir bewusst und ich meine es ernst. Denn nur weil dem so ist, hat dieses andere Gefühl Platz: Die Sehnsucht. Derzeit ergreift sie mich, wenn ich Bilder von Wasser sehe. Seen oder Meer - ein Sonnenuntergang ist gar nicht nötig. Ein Schiff unterwegs in den Wellen reicht völlig aus. Denn dann packt es mich - ich träume mich an Deck des Schiffes, lasse mir vom Wind die Haare zausen und schaue in die Wellen. Stundenlang. Ich vermisse unsere nicht vollbrachte Frühlingsreise, seufze leicht, wenn ich von der Projektion in die Realität zurückkehre. Und schmunzle, denn es ist ein Glück, sehnsüchtig sein zu können.