Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Hier hat mich der wirklich wunderschöne Titel neugierig gemacht. In der dazugehörigen Geschichte (das Buch besteht aus vielen einzelnen) schreibt der buddhistische Lehrer Ajahn Brahm über Ellie. Die Elefantendame schien von einem Tag auf den anderen ihr freundliches Wesen verloren zu haben. Da der Tierarzt nichts herausfinden konnte, holte das Zoopersonal einen Mönch zu Hilfe. Dieser blieb über Nacht. Er enttarnte die kriminellen Machenschaften in der angrenzenden Gärtnerei, so dass die Polizei die Drogenhändler schnappen konnte. Langsam erholte sich Ellie. Diese Geschichte schreibt Brahm, beruhe auf einer Fabel und mache klar, dass nicht nur Menschen sich in ihrem Verhalten gegenseitig beeinflussen. Schön dachte ich als ich zu Ende gelesen hatte - nur die Erklärung hätte ich nicht gebraucht. So erging es mir nach mancher Geschichte in dem Buch. Als kleiner Erholungsmoment im Alltag sind die Texte sicher nett, aber wirklich gefallen hat mir das Buch nicht.


 

Zwischen Buchdeckeln verbergen sich Welten. Reiseleiter durch literarische Glücksgefilde spielen Erwachsene unterschiedlichster Institutionen am 13. November an der Schweizer Erzählnacht. Zum Motto «So ein Glück! Che felicità! Quel bonheur! Tge ventira!» bietet das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) zahlreiche Materialien an. Barbara Jakob, Literale Förderung SIKJM in Zürich, schildert Abläufe im Hintergrund und spricht über ihr «Erzählnacht-Glück.»

 

Wie beginnt eigentlich die Erzählnacht? Wie kommen Motto und Slogan zustande?

Den Anfang macht das gemeinsame Brainstorming mit Vertretern vom SIKJM, Bibliomedia und der Unicef. Manchmal spielen aktuelle Ereignisse dabei eine Rolle, beispielsweise im vergangenen Jahr das Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention. Das muss aber nicht sein. Dem Team liegt vor allem daran, dass ein Thema Assoziationen weckt, damit möglichst viele Institutionen wie Bibliotheken, Schulen aber auch Jugendtreffs sich angesprochen fühlen.

Wie geht es weiter?

Wir machen uns an die Literaturliste. Die Mitarbeitenden vom SIKJM lesen ja permanent für unterschiedliche Projekte, unter anderem Kurse für Bibliothekspersonal, Lehrpersonen und Neugierige. Wir haben also einen Wissensfundus. Zusätzlich recherchieren wir anhand von Stichworten, was auch an Medien wie Filmen oder Hörbüchern interessant sein könnte. Dann bieten wir Input-Kurse für Veranstalter an, die mit der Erzählnacht bisher keinerlei Erfahrung haben oder sich von unseren Ideen zum Motto inspirieren lassen wollen.

Was bedeutet für Sie Glück?

In meinen Augen ist Glück nicht immer benennbar, es geht nicht um eine Liste von Tatsachen. Glück hängt mit innerer Zufriedenheit zusammen. Und wie jemand diese findet, ist individuell. Was die Erzählnacht betrifft, sind die Kurstage oft ein Glück. Ich finde es wunderbar, wenn Teilnehmende sich mit den Worten verabschieden: «Ich habe heute so viele Ideen gewonnen, ich weiss gar nicht, wie ich das alles in einer Nacht unterbringen soll. Vielen Dank.» Dann habe ich mit meiner eigenen Freude am Projekt etwas weitergeben können – das ist ein grosses Glück.


 

Ich war nie ein Fan von Mathematik. Und das Buch habe ich mitgenommen, weil es in der Bibliothek verfügbar war. Zum Inhalt: Willow ist hochbegabt, das hat der Test einer Erziehungsberaterin ergeben. Die 12jährige hält es für möglich, dass dieses Etikett ein Fluch sein könnte "So wie jedes Etikett, es sei denn es klebt auf einem Reinigungsmittel". Willows Adoptiveltern tragen die einzigartige Sicht ihrer Tochter mit. Doch ein Autounfall beendet dieses Leben. Willows Existenz wird erst einmal nur von ihrer Freundschaft zu Mai getragen. Dann von Mais Mutter Pattie. Sie ist eine Frau, die das Notwendige tut, keine Fragen stellt, Lösungen findet und dann handelt. Pattie nimmt Willow auf. Eine Tat, die viele Veränderungen nach sich zieht. Verschiedenste Menschen werden einander zur Familie, weil jeder die Eigenschaften des anderen kennt. Die Eigenheiten machen die Gemeinschaft reich. In unwirtlicher Gegend entsteht durch Kraft und Geist ein Garten. Das Buch ist inspirierend. Ich würde es nur zu gerne mit Jugendlichen lesen und diskutieren. Denn ich vermute, das die sogenannt "erwachsenen" Normen einem Wachstum, wie Holly Goldberg Sloan es beschreibt, im Wege stehen. Ein Glücksbuch mit Tränen, Wut, Tod, Herz, Wärme, Neugier und einem anderen Horizont.