Schön, dass Sie da sind. Meine Worte und ich freuen uns, von Ihnen gelesen zu werden. Ich bin Journalistin, Kommunikationsbeobachterin auf allen Ebenen und Literaturliebhaberin. Sie finden hier Workshopangebote und Texte, die inspirieren wollen. Aber auch kleine Sprachjuwelen, die mir begegnet sind, teile ich mit Ihnen. Lesen Sie einfach weiter…


 

Positive Psychologie ist die Wissenschaft, die Bedingungen untersucht, unter denen Mensch, Organisation und Gesellschaft sich bestmöglichst entwickeln und aufblühen." Diese Definition legt Michaela Brohm-Badry dem Lesenden schon im Vorwort dar und ich ahne, dass dieses Buch keiner der üblichen Ratgeber ist. Die Zahl der Fachbegriffe ist beträchtlich: Flow, Trigger, Positivitätsquotient und viele mehr. Ausserdem kennt die Autorin die Anatomie des Gehirns, die Funktionen verschiedenster Hormone im Körper - durch viele Passagen musste ich mich durchkämpfen. Dass ich das Buch zu Ende gelesen habe, liegt daran, dass Michaela Brohm-Badry ihre eigene Biographie als roten Faden verwendet. Inklusive eines Gehirnschlages und der damit verbundenen Rehabilitation. Dem grossen Theorieteil folgen die Gefühle. Sie beschreibt ihren Versuch Wissen, Emotion und Ereignisse sinnvoll zu verbinden. Ich arbeitete an meinem eigenen und darum werde ich mir das Buch für meine eigene Bibliothek zulegen, denn einmal lesen genügt auf keinen Fall. 


 

"Sprich deinen grössten Wunsch laut aus und er wird in Erfüllung gehen". Mit diesem Zettel aus einem Glückskeks beginnt eigentlich Oskars Geschichte. Der mittelgrosse, mittelschnelle und mittelschlaue Junge nimmt plötzlich die Rolle in einem Weihnachtskonzert seiner Schule an. Plötzlich beginnt er auf der Strasse zu singen und findet einen Freund, der zu einer Freundin wird. Die Geschichte von Kerstin Lundberg Hahn, übrigens von Gesa Kunter aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt, ist herrlich rasant. Die widersprüchlichen Gefühle Oskars werden nie ins Lächerliche gezogen. Sie bestimmen die Geschehnisse. Die Autorin stellt sich derweil an den Rand und beschreibt, wie sich die Taten ihres Protagonisten auswirken. Der Alltag wird durch die liebevolle Detailschilderung bedeutsam. Mir als Leserin wird wohl ums Herz, weil alles möglich scheint, wenn man sich traut. "Oskar und die Sache mit dem Glück" ist ein Wohlfühlbuch für jedes Alter, ein Lesevergnügen.


 

Ist es gescheit, wenn jemand sich über jede Lebenskleinigkeit freut, selbst, wenn es der Schirm ist, der im Sturm kaputt geht? Ist es gescheit, ein Ziel im Leben zu finden, und sich im entscheidenden Augenblick ablenken zu lassen? Von einer Ente? Das ist Herr Blume passiert. Ihn hat es nicht gestört - mich schon. Beim ersten Lesen. Ich wollte sehen, wie sich der Held entwickelt. Wie er als Sieger des Schlittschuh-Rennens sein Radio gewinnt. Stattdessen liess er sich von einem Vogel zum Pirouettendrehen auf dem Eis inspirieren. Beim zweiten Lesen fand ich es plötzlich schön, dass ihm die Kritik seiner Mitmenschen nichts ausmachte. Schön, dass er so im Moment lebt, dass ihm die Ente überhaupt aufgefallen ist. Und schön, dass er andere zum Schlittschuhfahren angeregt hat. Ich glaube das Buch, geschrieben von Bruno Hächler und gestaltet von Ingrid Sissung, ist eine Aufforderung zum Gespräch. Was bedeutet für mich Glück? Suche oder finde ich es? Zusammen mit Sohn oder Tochter schöner als ein Tanz auf dem Eis...